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7. PLATZ ICAN NORDHAUSEN

19 August 2018

– Rennbericht

Die Mitteldistanz war mit angekündigten 10 Profitriathleten (u.a. mit Konstantin Bachor, Henry Beck und Philipp Mock) stark besetzt und versprach einen Test unter „Idealbedingungen“. Ich freute mich auf die Aufgabe und ging mit vollem Elan ans Werk.

Es war ein harter Kampf mit mir selbst. Der Winter hat sehr viel Kraft gekostet, da mich unzählige Erkältungen an meiner Belastungsfähigkeit zweifeln ließen. Im Mai stand mit dem Jenaer Duathlon die erste Belastungsprobe auf dem Plan und 1,5 Wochen zuvor wurde ich wieder krank. Das Rennen konnte ich also nicht wie gewünscht finishen und landete im Hauptwettkampf auf Platz 5. Zwei Tage später erwischte es mich wieder und ich ließ mich, entnervt von der ständigen Bettgefesseltheit, gründlich durchchecken. Der Arzt stellte einen schwerwiegenden Bakteriellen Infekt namens ‚Chlamydophila pneumoniae’ fest. So entschied ich mich, gemeinsam mit meinem behandelnden Arzt, zu einer dreiwöchigen Antibiotikakur und einer anschließenden Darmsanierung. Diese vier Wochen Komplettausfall in der Hochsaison (Mitte Mai-Mitte Juni) lohnten sich. Es ging mir danach deutlich besser und wir konnten das Training sukzessive steigern. Mitte Juli war ich wieder in der Lage normale Umfänge trainieren zu können und Pläne für den Rest der Saison zu schmieden.

 

 Doch so ist sie die Realität, hart und unbarmherzig! 

Es blieb jedoch bei einem Rennen in der Saison 2018, dem ICAN Nordhausen. Der Hauptwettkampf (Mittedistanz) war mit angekündigten 10 Profitriathleten stark besetzt und versprach einen Test unter „Idealbedingungen“. Ich freute mich auf die Aufgabe und ging mit vollem Elan ans Werk. Dennoch musste ich meine Erwartungshaltung herunterschrauben und mir eingestehen, dass es für eine Podiumsplatzierung wohl einfach noch nicht reichen wird. Auf Platz fünf entstieg ich nach 25:33min nach 1,9km Schwimmen dem Sundhäuser See. Ich rannte zu meinem Rad und zog mir währenddessen den Neoprenanzug aus und den Wettkampfanzug an. In dem Moment, als ich den Reißverschluss zuziehen wollte, riss er in zwei Teile und ich war gezwungen mit offenem Einteiler aufs Rad zu springen. Ohne viel Zeit zu verlieren, versuchte ich den Anschluss an das vor mir liegende Verfolgertrio zu halten – vergebens. Ich war so mit meinem Anzug beschäftigt, versuchte ihn immer wieder so zu verpacken, dass er möglichst wenig im Wind flatterte, dass ich die Gruppe aus den Augen verlor. Zu allem Überfluss verlor ich nach 20km dann auch noch eine meiner beiden Verpflegungsflaschen. Ich war bedient!

Dennoch versuchte ich positiv zu bleiben, an einen guten Lauf zu denken und den Abstand auf dem Rad nicht zu groß werden zu lassen. Nach 2:14:19 Stunden und ca. 84 hügeligen Kilometern durfte ich das Rad abstellen und mich in die Laufschuhe begeben. Ich freute mich auf einen bergigen Halbmarathon (220Hhm auf 21km) und lief wohlwissend, was da auf mich zukommen sollte, verhalten los. Nach ca. 10km konnte ich etwas an Zeit auf die Spitze gut machen und doch waren die Jungs zu weit enteilt und auch bei mir schwanden die Kräfte mit zunehmender Renndauer rapide. Die letzten 7km wurden zum reinsten Kampf gegen die Uhr und gegen die inneren Stimmen. „Lass es doch einfach auf sich beruhen“ wollten sie mir zuflüstern. Der Wille die Ziellinie zu erreichen war jedoch stärker und so quälte ich mich ein letztes Mal über die 5km lange Runde. Ich ließ erneut die letzten 55Hhm hinter mir und belohnte mich mit einem Finish in 04:08:16 Stunden. Patz 7 und gute 14min Rückstand auf den späteren Sieger Konstantin Bachor waren jedoch nicht das, was ich mir erträumt hatte. Doch so ist sie die Realität, hart und unbarmherzig! Wer nicht trainiert ist nicht konkurrenzfähig.

Deshalb mache ich jetzt da weiter, wo ich aufgehört habe – trainieren, kämpfen und den Glauben nicht verlieren! 

 

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