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SAISONSTART 2019
– UPDATE –

01 Mai 2019

– Allgemeines

Die Wintersaison ist überstanden, das elendige Indoortraining hat größtenteils ein Ende gefunden und meine Lungen bekommen wieder frischen Sauerstoff. Das Training lief von Oktober bis Januar problemlos und hat mir einen guten Grundlagenaufbau ermöglicht. Mit den ersten Sonnenstrahlen sollte es nun richtig losgehen.

Gestärkt wollte ich ins neue Jahr starten. Die ersten Kurztrainingslager mit dem Triathlon Team Weimarer Ingenieure verliefen nach Plan und so blickte ich voller Zuversicht auf den geplanten Silvesterlauf in Weinheim. Den Schwung aus 2018 wollte ich unbedingt mitnehmen und es passierte, was passieren musste – Erkältung. Somit blieb mein heiß ersehnter Silvesterlauf aus und der Januar fiel fast gänzlich ins Wasser. Als Konsequenz daraus, müsste ich vor dem geplanten Apriltrainingslager auf Mallorca in ein weiteres Grundlagencamp planen. Gesagt, getan! Meine Jungs von ProAthletes aus Köln brauchten noch einen Guide auf Lanzarote und so flog ich im März kurzerhand nach Costa Teguise (Lanzarote). Den Februar konnte ich ohne Beschwerden als Vorbereitung für dieses zweiwöchige Trainingslager nutzen und freute mich auf Temperaturen jenseits des Gefrierpunktes. 

 

Diese zwei Wochen auf der kanarischen Insel waren absolut wertvoll…

Ich war mit den Athleten und weiteren Guides im Occidental del Mar untergebracht. Diese riesige Anlage mit 50m Outdoorpool, Fitnessstudio, Sauna und allem was das Herz begehrt, lässt wirklich keine Wünsche offen. Die Trainingsbedingungen waren sehr gut und wurden durch uns voll ausgenutzt. Kein Regentag in zwei Wochen Trainingslager verhalf mir zu fast 60 Stunden Trainingszeit. Ich war sogar in der Lage, meine ersten Bergläufe ( 2x8x250m) zu absolvieren. Es macht immer wieder Spaß, den Motor nach einem langen, grundlagenorientierten Winter richtig durchzupusten – auch wenn es anfänglich immer etwas schwerfällig geht.  Diese zwei Wochen auf der kanarischen Insel waren absolut wertvoll. Am 17. März ging der Flieger zurück nach Deutschland und mit schweren Beinen trat ich die Heimreise an. 

 

Wieder zurück im schönen Jena, im Schoße meiner Familie galt es erst einmal den schweren Gang zu meinem Doktor zu bewältigen. Es sollten keine guten Neuigkeiten auf mich warten. Er offenbarte mir, ich hätte eine Staphylokokken-Infektion der Mandeln und müsse zehn Tage ein Breitbandantibiotikum einnehmen. Die Folgen dieser Medikation begleiteten mich dann noch eine Weile. Glücklicherweise durfte ich im lockeren Grundlagenbereich weiter trainieren, doch der Körper reagierte heftig. Müdigkeit, Muskelschmerzen und Gereiztheit machten sich breit und verdarben mir die Laune. Ich fühlte mich durch das nahende Trainingslager unter Druck gesetzt und wollte schnellstmöglich wieder in den geregelten Trainingsbetrieb übergehen. Eine Woche vor dem Abflug nach Mallorca war es dann so weit und wir konnten langsam wieder mehr belasten. Die Stimmung war dennoch nicht besser, die Muskelschmerzen in der Hüfte wurden schlimmer und ich kämpfte mich durch das Training. Als wir am 12. April in Palma de Mallorca landeten, die ersten Sonnenstrahlen mein Gesicht trafen, konnte ich meine neugewonnene Zuversicht nicht verbergen. Meine Weimarer Teamkollegen, mein Coach Tom Eismann und mein Kollege Tobias Drachler stimmten mich positiv. Ich war gewillt den Bock wieder umzustoßen und das Trainingslager zu einem ähnlich erfolgreichen Trainingsblock zu machen, wie den Monat zuvor auf Lanzarote.
Am Ankunftstag bauten wir die Räder auf und bereiteten uns auf eine erste kleine Radausfahrt vor. 1 ½ Stunden später gerieten wir in Regen und meine Stimmung war wieder leicht angegriffen. Das Wetter sollte sich über die zwei Wochen nicht deutlich bessern und ich trainierte noch zwei weitere Tage, bis ich die Spätfolgen des ersten Tages zu spüren bekam – Erkältung. So lag ich auf dem Hotelbett, trank Tee, schrieb Mails, schaute Conny Reimann im TV, ass Ingwer, Zwiebeln und Honig und ärgerte mich über meinen Zustand. Nach weiteren fünf Tagen probierte ich – noch leicht verschleimt – mein Glück und begann mit lockerem Training. 

 

Der Puls war noch etwas hoch, alle weiteren Anzeichnen ließen allerdings hoffen, dass das Trainingslager noch nicht vorbei sein sollte. Am letzten Tag vor der Abreise konnte ich sogar noch 145km mit 2600 Höhenmeter auf dem Rad abspulen. Nach 5:50 Stunden auf dem Sattel ließ der Körper zu meinem überraschen noch einen lockeren Koppellauf über 6km zu. Ich war happy – so konnte ich einen versöhnlichen Abschluss finden und nach Hause fliegen. Doch die Freude währte nicht lange. Als ich zuhause ankam, bekam ich Schwindel und ein taubes Ohr.  Die Schmerzen in der Hüfte wurden auch schlimmer und so saß ich wieder beim Arzt. Über die Freude der letzten Trainingstage wich eine schmerzliche Erkenntnis: Es war zu viel und zu früh! Ich werde wohl nie daraus lernen!

Nun geht es zum HNO-Doktor und zu meiner Osteopathin Anna Bösemann, um dem Dämonen, der in mir zu wohnen scheint, endgültig den Gar auszumachen. Ich vertraue auf meinen guten Winter und blicke optimistisch nach vorne. Ich weiß, dass ich von tollen wie fähigen Menschen umgeben bin.  Wir werden dieses Problem schnell in den Griff kriegen, da bin ich mir sicher. Doch diese kurze Pause wird wohl unumgänglich sein! 
Nun fokussiere ich mich auf den Start beim IRONMAN 70.3 Barcelona (19.05.19). Dort möchte ich meine Saison eröffnen und hoffe, dass ich noch zu ein paar qualitativen Einheiten komme. Drückt mir die Daumen!

Grüße aus dem Lazarett,

euer Ali

 

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