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UPDATE ZUR RENNPLANUNG

 

14 Juni 2019

– Allgemeines
Eine Saison verläuft selten nach Plan! Zumindest gewinne ich aus den letzten Jahren immer mehr den Eindruck, dass dem so ist. Was mein geplantes Saisonhighlight war und warum ich zur Anpassung meiner Saison gezwungen wurde, lest ihr in den nachfolgenden Zeilen.

Geplant war mein Langdistanzdebüt beim IRONMAN Frankfurt. Es ist wohl, neben der Challenge Roth, die bekannteste Triathlonveranstaltungen in Deutschland. Als Europameisterschaft im IRONMAN ist sie demnach nicht nur bei mir ein sehr interessantes Wettkampfziel. In meiner Geburtsstadt meinen ersten IRONMAN zu bestreiten und einmal den bebenden Römer zu erleben, war in den zurückliegenden Monaten ein sehr motivierendes Ziel für mich.  Für dieses Saisonhighlight habe ich mich lange vorbereitet und der 30.06.2019 war dick im Kalender markiert. Im Laufe der Vorbereitung wurden die Umfänge gesteigert, meine mentale Verfassung sehr häufig auf die Probe gestellt und auch die Familie musste viel zurückstecken. Doch am Ende kam mal wieder alles anders!

 

„Der Körper verträgt nur ein gewisses Maß an externen Reizen.“

Bis in den März hinein freute ich mich über eine nahezu perfekte Vorbereitung. Dann trat ich mein Trainingslager auf Lanzarote an, welches ebenfalls sehr gut verlief. Zum Ende der Trainingslagerzeit begleitete mich jedoch ein leichtes Zwicken in der Hüftregion. Anfangs nur sporadisch, dann bei jedem Schuhe anziehen und drei Wochen später konnte ich nicht mehr schmerzfrei gehen. Meine Osteopathin und ich versuchten alles und es wurde nicht besser. Ich holte mir weitere ärztliche Meinungen ein. Ich wechselte noch einmal den behandelnden Therapeuten und siehe da, wir wurden fündig. Zum Glück konnte zu diesem Zeitpunkt, durch eine bildgebende Diagnose, eine knöcherne Verletzung ausgeschlossen werden und so verlief die Ursachenforschung überraschend schnell. Wir stellten fest, dass ich vor meinem Lanzarotetrainingslager meine Radschuhe gewechselt hatte. Dies ging einher mit einer veränderten Klickpedaleneinstellung. Es stellte sich heraus, dass ich lange Zeit mit einem zu stark außenrotierten Fuß gefahren bin und mir ein Bewegungsmuster angeeignet hatte, das diese Schmerzsymptomatik auslöste. Triggerpunktbehandlungen, Stromtherapie, funktionelles Training und sogar ein neues Bikefitting führten mich über insgesamt 8 Wochen durch viele Facetten der Körperwahrnehmung. Das Schwierigste war jedoch, das Laufen „neu“ zu erlernen. Es war mir bis dahin nicht möglich 100m schmerzfrei zu laufen, geschweige denn zu gehen. Also war ich gezwungen, das alte Bewegungsmuster zu durchbrechen. Wir behandelten die komplette Hüfte während ich das Laufen wieder bewusster wahrzunehmen versuchte. Ich musste meine Muskulatur „neu programmieren“. In dieser Zeit lernte ich auch, dass der Körper nur ein gewisses Maß an externen Reizen verträgt und so musste ich mich im Training immer wieder bremsen.  Doch nun, zwei Wochen vor meinem geplanten Saisonhighlight, kann ich wieder laufen. Um einen zu erwartenden Marathon nach 180km Radfahren zu überstehen, ist es wohl leider zu spät Diese Erkenntnis zu akzeptieren hat lange gebraucht. Ich bin allerdings nicht bereit, die restliche Saison aufs Spiel zu setzen, nur weil mir mein Stolz in zwei Wochen den Römer erreichen will. Es wird noch einmal die Möglichkeit geben in Frankfurt am Start zu stehen. 

Mittlerweile freue ich mich viel mehr auf die anstehenden Aufgaben. Ich bin unheimlich dankbar für die Dinge, die ich in dieser Zeit über mich und von anderen Menschen gelernt habe. Nun werde ich mit mehr Körpergefühl ans Werk gehen und akzeptieren, dass ich die zarten 30iger erreicht habe.
In den nächsten Wochen konzentriere ich mich auf mehr Schnelligkeit im Training und auf kürzere Distanzen in der Rennplanung. Sicher freut sich mein Ligateam aus Weimar über einen Mann mehr der zur Verfügung steht, um das Ziel, den Klassenerhalt in der 1. 0,0% Bitburger Bundesliga zu schaffen. Ich werde sie aus voller Kraft versuchen zu unterstützen. Alle weiteren Rennankündigungen folgen, sobald ich wieder mehr als 12km im Training laufen kann bzw. darf.  
Nun bin ich in freudiger Erwartung, am 16.06.19 bei meinem Heimwettkampf an der Startlinie stehen zu dürfen. Der Paradiestriathlon lädt zum 29. Mal alle Triathlonfans nach Jena und veranstaltet ein großes Triathlonfest für jung und alt. Ich hoffe, euch dort zu sehen und sende sportliche Grüße,

euer Ali

 

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